Vorratsschädlinge in der Küche erkennen: Lebensmittelmotte, Brotkäfer, Tabakkäfer
Vorratsschädlinge kommen fast immer mit der Einkaufstasche ins Haus. Wie Sie einen Befall früh erkennen, die Quelle finden und verhindern, dass er sich über die ganze Küche verteilt.

Ratgeber
Der Befall kommt meistens mit dem Einkauf
Vorratsschädlinge entstehen selten in der Küche — sie werden eingeschleppt. Eier oder Larven sitzen bereits in der Packung Mehl, im Vogelfutter, im Trockenobst oder im Tierfutter, wenn diese ins Haus kommen. Erst danach breiten sie sich aus.
Das ist eine gute Nachricht, denn es bedeutet: Wer die Quelle findet, hat das Problem meist gelöst. Wer nur die sichtbaren Tiere entfernt, hat es nicht.
Lebensmittelmotte
Auch Dörrobstmotte genannt. Der Falter misst 8 bis 10 Millimeter, die Vorderflügel sind zweifarbig — vorne hell, hinten rotbraun. Anders als die Kleidermotte fliegt sie abends aktiv umher, oft Richtung Licht.
Den Schaden richten die Larven an. Sie hinterlassen ein charakteristisches Zeichen: feine Gespinste in der Packung, an Schrankecken und an der Deckenkante des Küchenschranks. Betroffen sind Mehl, Griess, Teigwaren, Reis, Nüsse, Trockenfrüchte, Schokolade, Gewürze und Tierfutter.
Die Larven wandern vor der Verpuppung weg von der Nahrungsquelle. Deshalb findet man Gespinste oft an einer ganz anderen Stelle als den befallenen Vorrat.
Brotkäfer
Zwei bis drei Millimeter, rotbraun, walzenförmig. Er hat ein sehr breites Nahrungsspektrum: Brot und Backwaren, Mehl, Gewürze, Trockensuppen, Tee, Tierfutter — und, weniger bekannt, auch getrocknete Pflanzenteile, Papier und Buchbinderleim.
Erkennbar ist er an kleinen runden Ausfluglöchern in Verpackungen und an feinem Bohrmehl. Er fliegt und kann so von einem Vorrat zum nächsten wechseln.
Tabakkäfer
Zwei bis drei Millimeter, gleichmässig rotbraun und fein behaart, dem Brotkäfer sehr ähnlich. Trotz des Namens beschränkt er sich nicht auf Tabak: Auch Gewürze, Trockenkräuter, Kakao, Nudeln und Trockenfrüchte werden befallen.
Er braucht es wärmer als der Brotkäfer und ist deshalb häufiger in beheizten Lagern und in der Nähe von Wärmequellen zu finden.
Woran Sie einen Befall erkennen
Gespinste, verklumptes Mehl oder zusammenhängende Krümel in Packungen
kleine runde Löcher in Kartons, Papiertüten oder dünnem Kunststoff
feines Bohrmehl unter Vorratsbehältern
lebende oder tote Käfer in Schubladen und Schrankfugen
Falter, die abends aus dem Vorratsschrank kommen
Was Sie selbst tun können
Vorräte systematisch durchgehen, alle Packungen prüfen — nicht nur die auffällige
Befallenes verschlossen entsorgen, nicht offen im Küchenabfall
Schränke leerräumen, aussaugen, Fugen und Ecken gründlich reinigen, Staubsaugerbeutel danach entsorgen
Trockenvorräte in Glas oder Metall umfüllen — dünne Folie und Karton werden durchbohrt
neu gekaufte Ware in den ersten Wochen im Blick behalten
Tierfutter und Vogelfutter genauso behandeln wie Lebensmittel, sie sind eine häufige Quelle
Einzelne Packungen einzufrieren kann bei kleinem Befall helfen. Bei mehreren betroffenen Vorräten reicht es nicht.
Wann fachliche Hilfe nötig ist
Wenn der Befall nach dem Ausräumen zurückkehrt, wenn Sie die Quelle nicht finden oder wenn Tiere auch ausserhalb der Küche auftauchen — dann sitzt die Quelle vermutlich in einem Hohlraum oder hinter einer Verkleidung.
In Gastronomie, Bäckereien, Lagern und Lebensmittelbetrieben sollte ein Befall grundsätzlich fachlich behandelt und dokumentiert werden.
Wie wir vorgehen
Wir bestimmen die Art und suchen die Quelle statt der Symptome. Pheromonfallen helfen dabei, den Befallsherd einzugrenzen und später zu prüfen, ob noch Tiere aktiv sind.
Behandelt wird gezielt an Verstecken und Fugen. In Bereichen, in denen Lebensmittel verarbeitet werden, richten wir uns nach den dortigen Vorgaben und halten fest, was wann gemacht wurde.
Schreiben Sie uns an info@nextagmbh.ch — wir melden uns zurück.